Dienstag, 7. Juni: »Die versteckte Geometrie globaler Seuchen«

Prof. Dr. Dirk Brockmann
»Die versteckte Geometrie globaler Seuchen«
Dienstag, 7. Juni 2016, 19 Uhr
Neue Universität, Hörsaal 1

Die globale Ausbreitung neuartiger oder altbekannter Infektionskrankheiten wie SARS, MERS, H1N1 oder jetzt Zika ist ein wachsendes Problem in unserer immer stärker vernetzten Welt in der mittlerweile mehr als die Hälfte der Menschheit in Megacities lebt und mehr als drei Milliarden Menschen jedes Jahr auf dem weltweiten Flugverkehrsnetz unterwegs sind.

Krankheitsverbreitung an Berlin Tegel
Krankheitsverbreitung an Berlin Tegel

Die Komplexität unserer Mobilität führt dazu, dass geographische Ausbreitungsmuster schwierig vorherzusagen sind. Mit Hilfe moderner Netzwerktheorie kann man diese Komplexität entschlüsseln, wenn man die Idee der gegraphischen Entfernung aufgibt und durch sinnvollere Abstandsmaße ersetzt. Dann lassen sich auch moderne Ausbreitungsmuster gut vorhersagen und verstehen. Diese Idee der versteckten Geometrie moderner Seuchen konnte schon angewendet werden um z.B. die Importrisiken von Ebola zu berechnen.

Dirk Brockmann
Dirk Brockmann
 
Dirk Brockmann studierte an der Duke University in North Carolina (USA) und an der Georg August Universität in Göttingen Physik und Mathematik. Er promovierte in der theoretischen Physik und beschäftigte sich fortan mit komplexen nichtlinearen Systemen (Chaosforschung) und deren Selbstorganisation. Sei 2013 ist er Professor für theoretische Biologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und außerdem Projektgruppenleiter am Robert-Koch-Institut. Sein aktuelles Forschungsthema ist die epidemiologische Modellierung von Infektionskrankheiten.

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