Kategorie-Archiv: Vortragsreihe: Gesundheit & Krankheit

Das Thema Gesundheit & Krankheit im Sommersemester 2016

Donnerstag, 30. Juni: »Who wants to live forever? – Ethische Aspekte der Anti-Aging-Medizin«

PD Dr. Mark Schweda
»Who wants to live forever? – Ethische Aspekte der Anti-Aging-Medizin«
Donnerstag, 30. Juni 2016, 19 Uhr
Neue Universität, Hörsaal 1

PD Dr. Mark Schweda
PD Dr. Mark Schweda
 

Im Zeichen des demographischen Wandels rückt das Altern in den Fokus der modernen Medizin und Gesundheitsversorgung. Unter dem Schlagwort des „Anti-Aging“ ist sogar eine eigene medizinische Richtung aufgekommen, die sich ganz ausdrücklich den Kampf gegen das Altern auf die Fahne geschrieben hat. Die so genannte Anti-Aging-Medizin verfolgt das Ziel, die äußeren Anzeichen des Alterns zu kaschieren, die mit ihm häufig einhergehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Funktionseinschränkungen zu verhindern oder gar das menschliche Leben insgesamt radikal zu verlängern. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Hintergründe und verbreiteten Formen des Anti-Agings und geht der ethischen Frage nach, ob und inwieweit das Altern überhaupt etwas ist, das wir bekämpfen sollten.

Mark Schweda studierte Philosophie und Germanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin, der Freien Universität Berlin und der University of Nottingham (UK). Er promovierte am Institut für Philosophie der Humboldt-Universität zu Berlin zum Thema “Entzweiung und Kompensation. Joachim Ritters philosophische Theorie der modernen Welt”. Es folgten Forschungsaufenthalte an der University of Lancaster, der Eberhardt Karls Universität Tübingen, der San Francisco State University (USA) sowie an der University of California, Berkeley (USA).
Seit Oktober 2015 arbeitet er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin an der Universitätsmedizin Göttingen und forscht an bioethischen und sozio-kulturellen Aspekten des Alterns, bis hin zu ethischen Fragen der Organspende und Transplantationsmedizin.

Wir freuen uns sehr, Herrn Schweda am Donnerstag in Heidelberg begrüßen zu dürfen und sind gespannt, was er zu berichten hat!

Dienstag, 7. Juni: »Die versteckte Geometrie globaler Seuchen«

Prof. Dr. Dirk Brockmann
»Die versteckte Geometrie globaler Seuchen«
Dienstag, 7. Juni 2016, 19 Uhr
Neue Universität, Hörsaal 1

Die globale Ausbreitung neuartiger oder altbekannter Infektionskrankheiten wie SARS, MERS, H1N1 oder jetzt Zika ist ein wachsendes Problem in unserer immer stärker vernetzten Welt in der mittlerweile mehr als die Hälfte der Menschheit in Megacities lebt und mehr als drei Milliarden Menschen jedes Jahr auf dem weltweiten Flugverkehrsnetz unterwegs sind.

Krankheitsverbreitung an Berlin Tegel
Krankheitsverbreitung an Berlin Tegel

Die Komplexität unserer Mobilität führt dazu, dass geographische Ausbreitungsmuster schwierig vorherzusagen sind. Mit Hilfe moderner Netzwerktheorie kann man diese Komplexität entschlüsseln, wenn man die Idee der gegraphischen Entfernung aufgibt und durch sinnvollere Abstandsmaße ersetzt. Dann lassen sich auch moderne Ausbreitungsmuster gut vorhersagen und verstehen. Diese Idee der versteckten Geometrie moderner Seuchen konnte schon angewendet werden um z.B. die Importrisiken von Ebola zu berechnen.

Dirk Brockmann
Dirk Brockmann
 
Dirk Brockmann studierte an der Duke University in North Carolina (USA) und an der Georg August Universität in Göttingen Physik und Mathematik. Er promovierte in der theoretischen Physik und beschäftigte sich fortan mit komplexen nichtlinearen Systemen (Chaosforschung) und deren Selbstorganisation. Sei 2013 ist er Professor für theoretische Biologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und außerdem Projektgruppenleiter am Robert-Koch-Institut. Sein aktuelles Forschungsthema ist die epidemiologische Modellierung von Infektionskrankheiten.

Mittwoch, 27. April: »Genomics alter Pathogene«

Dr. Dr. Verena Schünemann
»Genomics alter Pathogene: Neue Einblicke in die Geschichte von Pathogenen«
Mittwoch, 27. April 2016, 19 Uhr
Neue Universität, Hörsaal 01

Alte DNA Forschung an historischen Pathogenen ist ein neuer Weg Einblicke in evolutionäre Geschichte von Krankheitserregern und ihrer Anpassung an verschiedene Wirtsorganismen zu gewinnen. In Kombination mit neuesten Next Generation Sequenzierungstechniken können so potentielle Verursacher historischer Pandemien identifiziert werden und über genomweite Studien durch den Vergleich von historischen und modernen Pathogen Genomen die Entwicklung des jeweiligen Krankheitserregers über einen sehr langen Zeitraum nachvollzogen werden. Als Beispiel für ein historisches Pathogen wird in diesem Vortrag Mycobacterium leprae, der Verursacher der Krankheit Lepra, und seine evolutionäre Geschichte vom Mittelalter bis in die Neuzeit genauer vorgestellt.

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Verena Schünemann

Frau Dr. Dr. Verena Schünemann arbeitet derzeit als Gruppenleiterin und akademische Rätin an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen im Fachbereich Geowissenschaften. Sie ist hier in der 2010 von Prof. Dr. Johannes Krause ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe für Archäo- und Paläogenetik tätig. Der Fokus der Arbeitsgruppe liegt auf der Analyse fossiler DNA aus menschlichen Überresten (altDNA) und der Untersuchung historischer Pathogene, über die Einblicke in die Evolution von Infektionskrankheiten gewonnen werden können. In den letzten Jahren konzentrierte sich Frau Schünemann im Rahmen verschiedener Projekte auf die Identifizierung und Charakterisierung verschiedener alter Pathogene, wie das Yersinia pestis Genom des Schwarzen Todes und das mittelalterliche Mycobacterium leprae Genom.

Neue Reihe: »Gesundheit & Krankheit«

Im neuen Sommersemester 2016 beschäftigt sich das interdisziplinäre Forum mit dem Thema »Gesundheit«.

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Leonardo DaVinci’s »vitruvianischer Mensch«

Wie haben sich Krankheitserreger entwickelt? Wie lassen sich Epidemien in mathematischen Modellen bechreiben? Mit welchen Mitteln wird in modernster Medizin gegen Krankheiten vorgegangen? Und wo sind die Grenzen von Gesundheit und »human enhancement«?

Wir freuen uns Ihnen spannende Referenten zu diesen und weiteren Fragen vorstellen zu dürfen. Weitere Informationen werden in der nächsten Zeit hier bekannt gegeben.