Identitätsbasierter Zweifel als Schutz vor Radikalisierung

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Im Rahmen unserer Vortragsreihe zum Thema “Glauben & Wissen” laden wir ganz herzlich zum zweiten Vortrag des Sommersemesters 2019 ein. Wir freuen uns Dr. Reininger für einen Vortrag am Montag den 24. Juni im Hörsaal 6 der Neuen Universität Heidelberg um 19:00 begrüßen zu dürfen.

Aus theoretisch-sozialpsychologischer Sicht werden Bedeutungen, Konsequenzen und Antezedenzien der An- vs. Abwesenheit von Zweifel in (religiösen) Überzeugungen dargestellt. Zweifel implizierender Glaube bedeutet kognitive Pluralität. Er bahnt den Weg für Politisierung und speist sich aus einer dualen Identifikation mit einer partikulären sowie einer übergeordneten Gruppe. Hingegen bedeutet ein Zweifel-freies Wissen kognitive Singularität, bahnt Radikalisierung den Weg und speist sich aus einer separatistischen Identifikation mit einer partikulären Gruppe. Als theoretische Modelle für die Entwicklung der An- vs. Abwesenheit von Zweifel aus Identifikationsprozessen werden Bezüge zu psychodynamischen, objektbeziehungstheoretischen Konzepten hergestellt, welche dann einen Ausblick auf mögliche psychologische Interventionsmöglichkeiten erleichtern.

Dr. Reininger studierte Psychologie und Politikwissenschaften an der Universität Hamburg. Er war unter anderem beim Bundeskriminalamt, beim Bundesministerium für Bildung und Forschung, sowie an der Universität Kiel tätig. Aktuell arbeitet er am Universitätsklinikum Hamburg.

In seiner von der Körberstiftung ausgezeichneten Dissertation beschäftigte sich Dr. Reininger mit „Paradoxem Wissen“ – der Behauptung, etwas zu wissen, was gleichzeitig für nicht wissbar gehalten wird. Er zeigte, dass dieses Phänomen mit Fanatismus zusammenhängt, indem er Interviews von links- bzw. rechtsextremistischen sowie islamistischen Extremist*innen mit einer Kontrollgruppe verglich.
Mit seiner Arbeitet leistete Dr. Reininger einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis von Extremist*innen und Terrorist*innen

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