Alle Beiträge von Yunus Sevinchan

Dienstag, 19. Januar: »Wie viel Natur steckt in visueller Schönheit?«

Redies

Prof. Dr. Christoph Redies
»Wie viel Natur steckt in visueller Schönheit?«
Dienstag, 19. Januar 2016, 19 Uhr c.t.
Neue Universität, Hörsaal 01

Was ist der Ursprung des ästhetischen Empfindens?
Und was passiert dabei im Gehirn?

In der experimentellen Neuroästhetik wird genau diesen Fragen nachgegangen und versucht, eine biologische Grundlage für die Wahrnehmung der Ästhetik zu schaffen.

Wir freuen uns sehr, für den zweiten Vortrag in der Reihe »Ästhetik« den Neurophysiologen Prof. Dr. Christoph Redies begrüßen zu dürfen. Redies forscht an der Verbindung zwischen universellen Eigenschaften von Bildern und den Grundprinzipien der visuellen Wahrnehmung. So vergleicht er beispielsweise die Wirkung von Naturaufnahmen, Portraits und Fotografien menschlicher Gesichter sowie abstrakter Werke auf das Gehirn. Auf diese Weise lässt sich nicht nur auf die Signalkodierung im Gehirn schließen: Man kommt auch der Antwort auf die Frage »Warum finden wir das schön?« ein Stück näher.

Redies hat in Essen, Boston und Göttingen Medizin studiert und sich bereits in seiner medizinischen Dissertation bei Otto Creutzfeldt mit der Neurophysiologie des Sehens beschäftigt. Der Promotion am Montreal Neurological Institute folgte Forschung als Postdoktorand am MIT, der Kyoto University und dem Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen. Seit 2003 ist er Direktor des Instituts für Anatomie I des Universitätsklinikums Jena und leitet die Forschung zur experimentellen Neuroästhetik. Seit seiner frühen Jugend beschäftigt Redies sich außerdem mit der abstrakten Malerei.

Neue Vortragsreihe: »Ästhetik«

Wieso finden wir etwas schön?
Und was bedeutet »schön« überhaupt?

Goethes Farbenkreis
Der Farbenkreis aus Goethes Farbenlehre

Dass wir etwas schön finden, ist für uns ganz natürlich, sei es beim Betrachten von Gemälden und menschlichen Gesichtern oder beim Hören von Musik. Auf Ästhetik trifft man auch in Bereichen, in denen man sie zunächst nicht erwarten würde: So wird etwa in mathematischen Beweisen und in der Symmetrie von Molekülen eine inhärente Ästhetik gesehen.
Ästhetik scheint seit jeher von zentraler Bedeutung in der Gesellschaft gewesen zu sein – sich äußernd in den vielen verschiedenen Formulierungen der Frage: Was ist schön? (Und was nicht?)

Doch wieso empfinden wir etwas als »schön«? Und wie wirkt sich dieses Schönheitsempfinden auf uns selbst und die Gesellschaft aus? So vielfältig die Vorstellungen von Ästhetik sind, so vielfältig sind auch die Ansätze, mit denen an dieses Thema herangegangen wird.

Im Wintersemester 2015/16 wollen wir daher die Ästhetik im Rahmen einer interdisziplinären Vortragsreihe aus verschiedenen, möglicherweise zunächst unerwarteten Blickwinkeln betrachtet: Ist Ästhetik messbar? Wie empfinden wir Ästhetik? Welche Bedeutung wird der Ästhetik in den Naturwissenschaften beigemessen? Welche in der Soziologie und der Philosophie?

Wir freuen uns, Sie und Euch auch in diesem Wintersemester 2015/16 zur Reihe »Ästhetik« des Interdisziplinären Forums Heidelberg begrüßen zu dürfen, und an dieser und anderer Stelle bald Informationen zu den Vorträgen ankündigen zu dürfen.

Montag, 20. Juli: Vom Hirn zur Hand: Wie funktionieren Neuroprothesen?

Prof. Dr. Hansjörg Scherberger
Vom Hirn zur Hand: Wie funktionieren Neuroprothesen?
Montag, 20. 7. 2015, 19 Uhr c.t.
Neue Universität, Hörsaal 01

Maschinen mit den Gedanken steuern?!

Lange Zeit war das eher der Stoff für Science Fiction. Mittlerweile ist es Stoff aktueller Forschung, die Repräsentation von Bewegungen im Gehirn zu untersuchen, und zu versuchen, Bewegungsintentionen zu erkennen. Das ermöglicht zum Beispiel die Steuerung von Prothesen einzig durch die eigenen Gedanken.

Scherberger

Wir freuen uns, Prof. Dr. Hansjörg Scherberger vom Deutschen Primatenzentrum für den dritten Vortrag in der Reihe »Mensch:Maschine« gewonnen zu haben.

Scherberger und seine Gruppe am Deutschen Primatenzentrum spezialisiert sich auf die Neurophysiologie der Handfunktion von Primaten. In seinem Vortrag erklärt er unter anderem, wie die neuronalen Signale einer Bewegungsintention aussehen, und wie eine Gehirn-Maschine-Schnittstelle für Handbewegungen entwickelt werden kann und dies zum Beispiel für die Steuerung von Handprothesen genutzt werden kann.

Scherberger hat Mathe und Medizin in Freiburg studiert, bevor er sich als Postdoktorand in Zürich und Pasadena, Kalifornien, mit den neuronalen Signalen bei Bewegungsabläufen beschäftigte. Nachdem er Gruppenleiter am Institut für Neuroinformatik in Zürich war, ist er nun seit 2008 Professor für Primaten-Neurobiologie an der Universität Göttingen und Leiter der Abteilung Neurobiologie am dortigen Deutschen Primatenzentrum.