Kategorie-Archiv: Vortragsreihen

Donnerstag, 14. Dezember 2017: »STRUKTUREN IM UNIVERSUM«

Prof. Björn-Malte Schäfer
»Strukturen im Universum«
Donnerstag, 14. Dezember 2017, 19:30 Uhr
Mathematikon, Hörsaal 0.205

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Es ist uns eine Freude den Heidelberger Prof. Björn Malte Schäfer mit seinem astrophysikalischen Vortrag „Strukturen im Universum“ als ersten Referenten der Reihe im Interdisziplinäre Forum willkommen zu heißen. Prof. Schäfer studierte Physik in Heidelberg, Edinburgh und Tokio, habilitierte 2012 in Heidelberg und beschäftigt sich mit verschiedenen Strukturen im Universum, wie z.B. Galaxiehaufen. Zum Vortrag selbst: „Das Universum ist auf fast allen Skalen strukturiert, insbesondere sind Galaxien nicht zufällig verteilt, sondern bilden die kosmische groß-skalige Struktur. In dem Vortrag werden Beobachtungen der Struktur der Milchstraße, der Verteilung der Galaxien und schließlich Strukturen im kosmischen Mikrowellenhintergrund besprochen, die zu der Konstruktion des kosmischen Standardmodells und der Vorstellung geführt haben, dass die meiste Materie im Universum in Form nicht mit Licht wechselwirkender dunkler Materie vorliegt.”

Wie immer ist der Eintritt frei.

Das IDF-Team freut sich, Sie und Euch bei den Vorträgen willkommen zu heißen.

Unsere neue Vortragsreihe zum Thema: “MUSTER”

Ein neues Semester, eine neue Vortragsreihe.

Das Interdisziplinäre Forum Heidelberg hat wieder eine facettenreiche Vortragsreihe auf die Beine gestellt. Zum Thema „Muster“ gibt es eine Vielzahl spannender und fachübergreifender Fragestellungen. Deshalb haben wir renommierte Referenten aus den verschiedensten Gebieten nach Heidelberg eingeladen, um gemeinsam mit uns darüber zu fachsimpeln und zu diskutieren; Hier ein Ausblick auf die Themen, auf die wir uns dieses Semester freuen dürfen:

Astrophysik: Nach welchen grundlegenden Mustern ist das Universum aufgebaut und wie sind diese entstanden?

Ökonomie: Welchen Mustern und Regeln folgen Konjunkturzyklen und wie hilfreich sind solche Modelle bei Vorhersagen?

KI-Forschung: Algorithmische und digitale Erkennung von Mustern – Wie lernt eine Software?

Medien: Gibt es ein Muster, nach dem verschiedene Medien berichten und wie sieht ein solches aus?

Montag, 3. Juli: »Verschwörung, Öl & Bildungskrise — Wie Religionen extremistisch werden am Beispiel des sogenannten Islamischen Staates«

Dr. Michael Blume
»Verschwörung, Öl & Bildungskrise
— Wie Religionen extremistisch werden am Beispiel des sogenannten Islamischen Staates«
Montag, 3. Juli 2017, 19 Uhr c.t.
Neue Universität, Hörsaal 04

MichaelBlume2017RolandWahl
Dr. Michael Blume

Die Politikwissenschaft spricht von Extremismus, wenn eine Bewegung die Geltung der Menschenrechte bestreitet und freiheitlichdemokratische Grundordnungen abschaffen bzw. verhindern möchte. Neben rechts- und linksextremistischen Strömungen erlebten ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch religiöse Extremisten vor allem im Bereich des Islam erheblichen Zulauf. In seinem Vortrag stellt der Religions- und Politikwissenschaftler Dr. Michael Blume die Entwicklung des sog. “Islamismus” (des islamisch legitimierten Extremismus) dar und benennt als Hintergründe vor allem die islamische Bildungskrise ab 1485, den in der Folge aufkommenden Verschwörungsglauben und die in der arabischen Welt weit verbreitete Rentierstaatlichkeit aufgrund reicher Erdölvorkommen.

Lassen wir uns von Dr. Blume in dieses hoch relevante Spannungsfeld einführen und anschließend gemeinsam darüber diskutieren!

Zum Referenten:

Michael Blume ist Religionswissenschaftler, scilogs-Blogger und Buchautor. Der Referatsleiter im Staatsministerium Baden-Württemberg leitete das Sonderkontigent für besonders schutzbedürftige Frauen und Kinder aus dem Nordirak. Dabei kam er in direkten Kontakt mit den Verheerungen, die der sog. islamische Staat im Nahen Osten anrichtete und noch immer betreibt.

 

Freitag, 16. Juni: »Krankheit und Gesellschaft«

Prof. Dr. Dr. Andreas Heinz
»Krankheit und Gesellschaft«
Freitag, 16. Juni 2017, 19 Uhr
Neue Universität, Hörsaal 04

Prof. Dr. Andreas Heinz
Prof. Dr. Dr. Andreas Heinz

In Ihrer Arbeit „Krankheit als Metapher“ hat Susan Sontag die Projektion gesellschaftlicher Konstellationen auf Krankheitsbilder beschrieben. War das gesellschaftliche Ideal des 19. Jahrhunderts die rationale Akkumulation von Ressourcen, so galt damals die Tuberkulose als unmoralische (Selbst-) Verschwendung, während sich Ängste bezüglich ungezügelten Wachstums zu Ende des 20. Jahrhunderts in militärischen Metaphern für den Umgang mit Krebserkrankungen ausdrückten. In diesem Kontext werden immer wieder psychische Erkrankungen thematisiert, da hier (oft unreflektiert) davon ausgegangen wird, dass gesellschaftliche Normen und insbesondere statistische Häufigkeiten darüber entscheiden, was als krank oder gesund gelten könnte. Alternative Ansätze versuchen, Krankheit nicht als aus der Norm fallend und deshalb seltene Zustände zu beschreiben, sondern auf die Einschränkung generell lebenswichtiger Funktionsfähigkeiten und des damit verbundenen individuellen Schadens zu verweisen. Auch hier sind idealtypische Normbegriffe im Spiel, allerdings im Bereich der gesamten Medizin und nicht mit Bezug auf statistische Häufigkeiten. Damit ergibt sich die Frage, in wie weit ein solcher Krankheitsbegriff ebenfalls missbraucht werden kann, um gesellschaftliche Normen in Bezug aus Sorgfalt oder Selbstsorge zu verankern und Abweichungen davon zu pathologisieren.

1988 promovierte Prof. Heinz zum Thema “Regression bei Schizophrenen – ein pathogenetischer Begriff im historischen Wandel” an der Universität Bochum. Im selben Jahr erhielt er die Approbation von der Ärztekammer Berlin. Darauf folgte die Facharztausbildung in Neurologie an der Neurologischen Universitätsklinik Bochum. Von 1988-1994 studierte er Philosophie an der FU Berlin und der Universität Bochum mit dem Abschluss des Magister artium. Es folgte bis 1997 das Studium der Anthropologie ebenfalls an der FU Berlin und der Howard University in Washington DC. Zeitgleich beendete er seine Facharztausbildung in Psychiatrie 1995 an der Psychiatrischen Klinik und Poliklinik der FU Berlin. 2014 beendete er seine philosophische Disseration zum Thema “Der Begriff der psychischen Krankheit” am Institut für Philosophie an der Universität Potsdam. Von 1997- 1998 war er Oberarzt der Neurologischen Universitätsklinik der Uni Bochum und habilitierte sich 1998 im Fach Psychiatrie an der FU Berlin mit dem Thema “Das dopaminerge Verstärkungssystem – Funktion, Verbindung zu anderen Neurotransmittersystemen und pathopsychologische Korrelate”. Von 1998-1999 erhielt er eine Freistellung zur Fortbildung in Sozialmedizin und zum Aufbau der Neurologischen Fachklinik Feldberg/MV in der Position des Chefarztes. 2000 erhielt er die Berufung auf die C3-Professur für Suchtforschung an der Uni Heidelberg. Von 1999-2002 war er leitender Oberarzt der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin. Seit 2002 ist Prof. Heinz Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, am Universitätsklinikum Charité, Campus Mitte in Berlin. Im Wintersemester 2014/2015 hat Andreas Heinz die Karl-Jaspers-Gastprofessor an der Universität Oldenburg übernommen.

Donnerstag, 01. Juni: »Die exotischen fernen Welten der extrasolaren Planeten«

Dr. Carolin Liefke
»Die exotischen fernen Welten der extrasolaren Planeten«
Donnerstag, 01. Juni 2017, 19 Uhr
KIP (INF 227), Hörsaal 02

Dr. Carolin Liefke
Dr. Carolin Liefke
Nicht erst seit der Entdeckung der ersten extrasolaren Planeten – Planeten also, die nicht unsere Sonne, sondern einen fernen Stern umkreisen – vor etwas über 20 Jahren treibt uns Menschen die Frage um, ob es irgendwo dort draußen im All weiteres Leben gibt. Schon die Vielfalt der Planeten und Monde des Sonnensystems führt uns allerdings vor Augen, dass die Erde in unserer kosmischen Nachbarschaft einzigartig ist. Tatsächlich ist es bisher auch nicht gelungen, unter den mittlerweile mehreren Tausend bekannten Exolaneten einen echten “Erdzwilling” zu finden, im Gegenteil: Oftmals herrschen auf diesen fernen Welten derart extreme Bedingungen, dass man bis vor kurzem noch nicht einmal geglaubt hätte, dass soetwas überhaupt möglich wäre. Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick auf den aktuellen Stand der Exoplanetenforschung werfen – und einen weiteren in die Zukunft, wenn immer größere Teleskope uns mehr und mehr Details über diese ebenso bizarren wie faszinierenden Himmelskörper verraten.

Carolin Liefke hat an der Universität Hamburg Physik studiert und sich im Rahmen ihrer Doktorarbeit an der Hamburger Sternwarte in mit Themen wie stellarer Aktivität und Röntgenastronomie beschäftigt. Seit mehr als 15 Jahren ist sie in der astronomischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit tätig. Im März 2010 hat sie diese Leidenschaft zum Beruf gemacht und arbeitet seitdem am Haus der Astronomie in Heidelberg. Dort ist sie zuständig für die Astronomie-Ausbildung von Lehramtsstudierenden der Physik an der Universität Heidelberg und betreut astronomiebezogene Projekte für Schülerinnen und Schüler sowie die Teleskope der Einrichtung.

Wir freuen uns, Sie zu einem spannenden Vortrag begrüßen zu dürfen!

Donnerstag, 04. Mai: »Maß und Mitte oder Hang zu Extremen? -Das deutsche Parteiensystem vor der Bundestagswahl 2017«

Prof. Dr. Uwe Jun
»Maß und Mitte oder Hang zu Extremen? -Das deutsche Parteiensystem vor der Bundestagswahl 2017«
Donnerstag, 04. Mai 2017, 19 Uhr
Neue Universität, Hörsaal 04

Prof. Dr. Uwe Jun
Prof. Dr. Uwe Jun

Als Eröffnungsvortrag der diessemestrigen Reihe Extreme wird Prof. Dr. Uwe Jun das Thema aus politikwissenschaftlicher Sicht beleuchten. Gerade in der aktuell politisch sehr ereignisreichen Zeit ist eine differenzierte Betrachtung der Parteilandschaft und ihrer Entwicklung von Interesse. Stehen die Großparteien noch für den bewährten Kurs der Mitte? Welche Wähler und Inhalte repräsentieren die kleineren Parteien? Liegt deren Potenzial vermehrt bei extremeren Positionen, um Medienaufmerksamkeit und Wähler zu erreichen? Welchen Einfluss haben jüngste weltpolitische Entwicklungen auf das deutsche Parteiensystem? Setzen sich extremere Positionen wie wir sie in den USA, der Türkei oder anderswo beobachten, auch in Deutschland durch? Oder entsteht eine Gegenmobilisierung der Mitte? Unter dem Titel »Maß und Mitte oder Hang zu Extremen? -Das deutsche Parteiensystem vor der Bundestagswahl 2017« wird der Vortrag jüngste Entwicklungen des deutschen Parteiensystems vor der Folie der beiden Konfliktdimensionen -der sozio-ökonomischen und der sozio-kulturellen- behandeln.

Uwe Jun studierte Germanistik, Sozialwissenschaften und Philosophie an der Universität Braunschweig und der Universität Göttingen, an welcher er 1993 mit dem Thema »Koalitionsbildung in den deutschen Bundesländern« promovierte. Nach seiner Promotion war er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrbeauftragter am Zentrum für Europa- und Nordamerika-Studien der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen, sowie 1997/98 Weatherhead/Thyssen Research Fellow am Center for International Affairs der Harvard University in Cambridge/Ma. (USA). Er habilitierte 2003 an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam, wonach er 2004/2005 eine Professur an der Universität Würzburg inne hielt. Neben häufigen Lehraufenthalten an der Södertörns Högskola in Stockholm/Schweden vertritt er seit 2005 die Professur für »Regierungslehre – Westliche Regierungssysteme (Bundesrepublik Deutschland)« an der Universität Trier, an der er seit 2011 außerdem auch Dekan des Fachbereiches III. ist. Des Weiteren ist Jun Sprecher des Arbeitskreises »Parteienforschung der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft« und ist ist Herausgeber der Schriftenreihen »Parteien in Theorie und Empirie« und »Politik und Kommunikation«.

Wir freuen uns sehr, Sie zu einem Abend voll anregender Diskussionen in Heidelberg bergrüßen zu dürfen!

Neue Vortragsreihe: »Extreme«

Seit jeher üben verschiedene Extreme einen anziehenden Reiz auf den Menschen aus – sei es der Wunsch ungewisse neue Welten zu erkunden, zu fliegen, oder die persönlichen physischen und psychischen Grenzen zu überschreiten.

Doch woher kommt dieses scheinbar intrinsische Verlangen, in das Extreme vorzustoßen?

Was bewegt Menschen, sich bei sogenannten Extremsportarten mutwillig in teilweise lebensgefährliche Situationen zu bringen?

Wieso folgen Menschen extremen und radikalen politischen oder religiösen Gesinnungen?

Diesen und weiteren Fragen möchte das IDF mit der diessemestrigen Vortragsreihe Extreme auf den Grund gehen. Hierzu haben wir renommierte Referenten aus verschiedenen Fachgebieten (Politik, Psychologie, Religionswissenschaft, Astrophysik) eingeladen, um das Thema aus möglichst unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten.

Wir werden uns Fragestellungen und Themen widmen, die sich mit dem Menschen als Individuum, aber auch mit dem Individuum in einer Gruppe von Menschen beschäftigen. Aber nicht nur menschliches Verhalten geht ins Extreme, auch der menschlichen Fokus zielt oft auf Extreme: immer wieder schaffen es vorallem Astrophysiker uns in den Bann des Ungewissen, der extremen Weite des Alls zu ziehen. Wir wollen daher in dieser Vortragsreihe auch die extremen Phänomenen der Natur -insbesondere in der Astrophysik- in einem Vortrag beleuchten.

Das Themengebiet Extreme bietet also viele spannende Facetten – wir hoffen, Sie und Euch in diesem Sommersemester bei unseren Vorträgen willkommen heißen zu dürfen und freuen uns auf anregende Diskussionen.

Beginnen wird die Reihe am 4. Mai mit einem Vortrag über die  Extreme in der Politik, referiert von Prof. Uwe Jun, der als Politikwissenschaftler an der Universität Trier lehrt. Genauere Informationen werden bald hier bekannt gegeben.

Donnerstag, 30. Juni: »Who wants to live forever? – Ethische Aspekte der Anti-Aging-Medizin«

PD Dr. Mark Schweda
»Who wants to live forever? – Ethische Aspekte der Anti-Aging-Medizin«
Donnerstag, 30. Juni 2016, 19 Uhr
Neue Universität, Hörsaal 1

PD Dr. Mark Schweda
PD Dr. Mark Schweda
 

Im Zeichen des demographischen Wandels rückt das Altern in den Fokus der modernen Medizin und Gesundheitsversorgung. Unter dem Schlagwort des „Anti-Aging“ ist sogar eine eigene medizinische Richtung aufgekommen, die sich ganz ausdrücklich den Kampf gegen das Altern auf die Fahne geschrieben hat. Die so genannte Anti-Aging-Medizin verfolgt das Ziel, die äußeren Anzeichen des Alterns zu kaschieren, die mit ihm häufig einhergehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Funktionseinschränkungen zu verhindern oder gar das menschliche Leben insgesamt radikal zu verlängern. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Hintergründe und verbreiteten Formen des Anti-Agings und geht der ethischen Frage nach, ob und inwieweit das Altern überhaupt etwas ist, das wir bekämpfen sollten.

Mark Schweda studierte Philosophie und Germanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin, der Freien Universität Berlin und der University of Nottingham (UK). Er promovierte am Institut für Philosophie der Humboldt-Universität zu Berlin zum Thema “Entzweiung und Kompensation. Joachim Ritters philosophische Theorie der modernen Welt”. Es folgten Forschungsaufenthalte an der University of Lancaster, der Eberhardt Karls Universität Tübingen, der San Francisco State University (USA) sowie an der University of California, Berkeley (USA).
Seit Oktober 2015 arbeitet er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin an der Universitätsmedizin Göttingen und forscht an bioethischen und sozio-kulturellen Aspekten des Alterns, bis hin zu ethischen Fragen der Organspende und Transplantationsmedizin.

Wir freuen uns sehr, Herrn Schweda am Donnerstag in Heidelberg begrüßen zu dürfen und sind gespannt, was er zu berichten hat!

Dienstag, 7. Juni: »Die versteckte Geometrie globaler Seuchen«

Prof. Dr. Dirk Brockmann
»Die versteckte Geometrie globaler Seuchen«
Dienstag, 7. Juni 2016, 19 Uhr
Neue Universität, Hörsaal 1

Die globale Ausbreitung neuartiger oder altbekannter Infektionskrankheiten wie SARS, MERS, H1N1 oder jetzt Zika ist ein wachsendes Problem in unserer immer stärker vernetzten Welt in der mittlerweile mehr als die Hälfte der Menschheit in Megacities lebt und mehr als drei Milliarden Menschen jedes Jahr auf dem weltweiten Flugverkehrsnetz unterwegs sind.

Krankheitsverbreitung an Berlin Tegel
Krankheitsverbreitung an Berlin Tegel

Die Komplexität unserer Mobilität führt dazu, dass geographische Ausbreitungsmuster schwierig vorherzusagen sind. Mit Hilfe moderner Netzwerktheorie kann man diese Komplexität entschlüsseln, wenn man die Idee der gegraphischen Entfernung aufgibt und durch sinnvollere Abstandsmaße ersetzt. Dann lassen sich auch moderne Ausbreitungsmuster gut vorhersagen und verstehen. Diese Idee der versteckten Geometrie moderner Seuchen konnte schon angewendet werden um z.B. die Importrisiken von Ebola zu berechnen.

Dirk Brockmann
Dirk Brockmann
 
Dirk Brockmann studierte an der Duke University in North Carolina (USA) und an der Georg August Universität in Göttingen Physik und Mathematik. Er promovierte in der theoretischen Physik und beschäftigte sich fortan mit komplexen nichtlinearen Systemen (Chaosforschung) und deren Selbstorganisation. Sei 2013 ist er Professor für theoretische Biologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und außerdem Projektgruppenleiter am Robert-Koch-Institut. Sein aktuelles Forschungsthema ist die epidemiologische Modellierung von Infektionskrankheiten.

Mittwoch, 27. April: »Genomics alter Pathogene«

Dr. Dr. Verena Schünemann
»Genomics alter Pathogene: Neue Einblicke in die Geschichte von Pathogenen«
Mittwoch, 27. April 2016, 19 Uhr
Neue Universität, Hörsaal 01

Alte DNA Forschung an historischen Pathogenen ist ein neuer Weg Einblicke in evolutionäre Geschichte von Krankheitserregern und ihrer Anpassung an verschiedene Wirtsorganismen zu gewinnen. In Kombination mit neuesten Next Generation Sequenzierungstechniken können so potentielle Verursacher historischer Pandemien identifiziert werden und über genomweite Studien durch den Vergleich von historischen und modernen Pathogen Genomen die Entwicklung des jeweiligen Krankheitserregers über einen sehr langen Zeitraum nachvollzogen werden. Als Beispiel für ein historisches Pathogen wird in diesem Vortrag Mycobacterium leprae, der Verursacher der Krankheit Lepra, und seine evolutionäre Geschichte vom Mittelalter bis in die Neuzeit genauer vorgestellt.

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Verena Schünemann

Frau Dr. Dr. Verena Schünemann arbeitet derzeit als Gruppenleiterin und akademische Rätin an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen im Fachbereich Geowissenschaften. Sie ist hier in der 2010 von Prof. Dr. Johannes Krause ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe für Archäo- und Paläogenetik tätig. Der Fokus der Arbeitsgruppe liegt auf der Analyse fossiler DNA aus menschlichen Überresten (altDNA) und der Untersuchung historischer Pathogene, über die Einblicke in die Evolution von Infektionskrankheiten gewonnen werden können. In den letzten Jahren konzentrierte sich Frau Schünemann im Rahmen verschiedener Projekte auf die Identifizierung und Charakterisierung verschiedener alter Pathogene, wie das Yersinia pestis Genom des Schwarzen Todes und das mittelalterliche Mycobacterium leprae Genom.